Reklame: Petula

Hier ist das neue Video von Jn Fischer Erf – Saitenakrobat und Diplomentertainer Sebi ihm sein Nebenprojekt Petula. Es ist nicht nur von unserem gemeinsamen Idol Stephane Leonard fabriziert, weiterhin nicht nur niedlich, es weist vor allem auf das neue Album “Don’t Forget Me Petula! Don’t Forget Everything!” hin, dass in diesen Minuten auf dem Label DIA erscheint. Außerdem ist der Ex – Bassist von SDNMT und Kate Mosh nun auch auf ausgiebiger Konzertreise und wird sicher nicht die Kiwi mit dem heißen Löffel essen*, oder doch?

Details jedenfalls unter petula.org und diarecords.de

*Hä? Auf jeden Fall aber schon mal merken! Das wird später noch mal behandelt…

Wieder mal etwas selber machen: Astreiner DIY – Slapdaumenwärmer!

Die wichtigsten zwei Dinge vorne weg: Viele Bilder, wenig Text. Und: es gibt was abzustauben. Einfach nach unten scrollen.

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Jedenfalls. Für den Slap-Bass konnte ich mich nie so richtig begeistern. Oder besser: für den ironiefrei vorgetragenen Slap-Bass. Das ist eigentich schade, denn diese wirklich sehr effektvolle kulturelle Errungenschaft ist, nun ja, wirklich sehr effektvoll. Aber es scheint, als sei – bis auf ein paar bemerkenswerte gallische Dörfer – der gesamte Bereich von Trotteln, Angebern und Mitarbeitern aus dem Musikinstrumentenversandhandel besetzt. Zumal heutzutage. Was einem den Genuss ziemlich vermiest. Ich besitze natürlich kein belastbares Beweismaterial.

Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass ich nie so richtig auf Betriebstemperatur gekommen bin; ich neige zu kalten Händen. Warum nicht also, und damit kommen wir zum Punkt, ein Wärmehut für den Slapdaumen? Damit das gute Stück zwischen Glanzparade und Glanzparade nicht auskühlt. Und es ist gar nicht so schwer, wie man denkt! Hier wie immer eine bombensichere Anleitung.

Das wird gebraucht:
- äußerst schöner Stoff aus der Restekiste
- Isoliermaterial
- Nadel und Faden / Nähmaschine / Mutti

Und so wirds gemacht:

Stoff für außen, Stoff für innen und das Thermozeug jeweils zweimal ungefähr in die Form bringen, die auf dem Bildchen zu sehen ist. Größe einfach (Achtung, festhalten!) Pi mal Daumen. Ruhig ein bisschen mehr, als man annähme!

Den für außen gedachten Stoff auf links legen, die zukünftigen Außenseiten kieken sich jetzt also direkt an:

Dann drunter und drüber das Thermomaterial:

Und das ganze dann miteinander vernähen. Achtung: die spätere untere Öffnung (kurze, gerade Kante) offen lassen:

Dann umstülpen:

Jetzt kommt die spätere Innenverschalung an die Reihe. Die entsprechenden Stoffteile wieder auf links legen. Diesmal allerdings nur die Seiten zusammen nähen. Oben und unten offen lassen:

Nun das Innen über das Außen ziehen, dergestalt, dass die zunkünftig für die Welt sichtbaren Seiten wieder aufeinander liegen. Ihr wisst schon. Anders als hier im Bild bitte auf Kante ziehen:

Der nächste Schritt ist nicht ganz einfach und auch nicht ganz einfach zu erklären. Jetzt müssen alle drei Schichten – also Außen, Thermo und Innen an der unteren Kante miteinander vernäht werden. Aber im Kreis. Also das muss da unten offen bleiben. Also sozusagen eine Runde rum. Wie im Hamsterrad:

Nach Umschiffung dieser Klippe befinden wir uns praktisch auf der Zielgeraden. Jetzt das Innen über das Außen stülpen und langziehen:

Dann die verbliebene Öffnung im Innen zunähen:

Dann die Innenschicht in den Wärmer reinstopfen:

Und damit haben wir es. Fett. Jetzt kann es richtig losgehen! Schön vorwärmen (oder warmhalten) und dann ab die Post!

Und das Beste: Das hier zur Schau gestellte Exponat wird wie immer verlost!
Und das ist die Gewinnfrage: Was ist Dein funkiest moment? Wo donnert der Daumen bei Dir?

Die Glücksfee fischt unter allen Einsendungen eine/n Glückliche/n heraus, Sebi.

[Update]
Bla bla bla … freuen wir uns über die rege Teilnahme.
Der Gewinner ist: Sebi! Glückwunsch.
Anton, sei nicht traurig. Du gewinnst beim nächsten mal garantiert, ok?

Nachtrag: Lieblingsalben 2012


“Koloss” von Meshuggah


“Under The No Sky” von Super700


“Rats” von Balthazar


“Swing Lo Magellan” von Dirty Projectors


Srews” von Nils Frahm

Unterwegs mit Freunden

Vor den nächsten Schritten erst einmal die Nacharbeitung der Vergangenheit. Folgendes war schon so gut wie fertig, als sich für uns so vieles änderte. Die Leichtigkeit war verloren gegangen, mit ihr Bock auf Ulk und Hokuspokus. Doch gestatten wir uns nun den Blick durch das Hinten nach Vorne: Hier der noch offene zweite Teil des Reiseberichtes.

16.04.2012 – Konschtanz

Ein leerer Akku im Mobiltelefon entscheidet: heute wird das Frühstück mal wieder verschlafen. Ist egal, ein doppelter Espresso in der Lobby genügt vollkommen, man muss ihn nur zünftig schmauen. Dann wieder rauf auf die Piste. Zum ersten mal auf dieser Reise sitze ich im hinteren Teil des Fahrzeugs. Komplett jeglicher Verantwortung enthoben, lässt es sich vergnüglich aus dem Fenster kieken. Zu sehen unter anderem: hübsch zurecht geschnittene Bäume, eine walzende Walze, ein Pferd, das ein anderes Pferd anstarrt, ein LKW mit blinkendem Blinker, ein in einer schwungvollen Drehbwegung Sand transportierender Bagger, ein würdevoll am Himmel schwebender Greif, ein traumhaft unten im Tal liegender See, ein Güterzug bei Einfahrt in einen ins Massiv geschlagenen Tunnel, in Formation fliegende Düsenjets (echt!), eine winkende Bäuerin, eine verschwörerisch zwinkernde Ziege, ein alter Mann mit Zauberhut, er sagt mit Barrys Stimme: Guys, passports, please. Muss eingeschlafen sein. Willkommen in der Schweiz. Aber warte mal, Passports an der Grenze zur Schweiz? Wollt schon sagen! Ein letztes Mal jedenfalls original italienische Nudeln mit original italienischer Tomatensauce in einem original italienischen Nudeletablissement mit Blick auf die original italienische Autobahn. Der Abschied ist verhältnismäßig abschiedmäßig.
Für die Schweiz heute jedoch keine Zeit, wir sind nur auf der Durchreise. Direkt hinter der nächsten Grenze übergeben wir Dee einigen seiner alten Freunde und suchen dann unsere Bleibe für die nächsten zwei Tage auf. Von dort schaffen wir mit Mühe und Not den Fußweg von ungefähr einer Minute in ein Restaurant, dessen Name mir inzwischen entfallen ist. Bonanza. Oder Caramba oder so. Es bietet vorwiegend Fleischgerichte unvorstellbarer Größe aus aller Herren Länder. Mit Hilfe einer zu üppig geratenen Portion Sättigungsbeilagen und einem großen Glas alkoholfreiem Weizen gelingt es gerade so, sich unter dem Argwohn der Bedienung wegzuducken. Rülps.
Anschließend Nachtruhe.


Wo Italiener und Schweizer sich Gute Nacht sagen

17.04.2012 – nach wie vor ebenda

Schönster Postkartensonnenschein über Konstanz. 1A-Gelegenheit für einen Stadtbummel. Beim Frühstück treffe ich Billy, vor dem ich immer noch etwas Angst habe. Er fragt nach meinen Plänen für den heutigen Tag, aha, und ob wir dann nicht zusammen in die Stadt wöllten. Ui, na klar, dann lernen wir uns jetzt mal richtig kennen, Freundchen. Also ein schöner Spaziergang zum Ufer des Bodensees und durch das niedliche Stadtzentrum, auf dem wir uns gegenseitig von unseren verschnörkelten Lebenswegen berichten, außerdem die Kirche aufsuchen, verschiedenes Kunsthandwerk bestaunen, Zahnpasta kaufen und schließlich auf irgendeinem der malerischen Plätze ein Käffchen genießen. Richtig schade, dass ich irgendwann zurück ins Hotel muss; Skypeverabredung mit dem Gruse, die Geschäfte!
Nach anschließender Döserei und zügiger Körperpflege geh ich noch mal los, um unsortiert ein wenig in meiner eigenen Vergangenheit in dieser Stadt und konkret ein wenig im Second Hand – Plattenladen zu stöbern. Ich bin knapp davor, etwas von Toto (natürlich wegen “Rosanna” und “Africa”), Fleetwood Mac (natürlich wegen “Dreams”) oder den Bee Gees (natürlich wegen dieser einen Nummer hier, wie hieß sie gleich…) zu erwerben, kann mich aber am Ende nicht so recht durchringen. Der angestachelte Konsumwunsch will aber trotzdem befriedigt werden, daher dann kurz vor Ladenschluss einfach die sichere Variante: eine fetzige Scheibe von Barry White ihm sein Love Unlimited Orchestra. Für anspruchsvolle Schmusende. Funzt immer.


v.l.n.r.: Konstanz, Sonne, Rhein, Konstanz


Carpe Diem, Alter, das Leben bei den Eiern packen!

18.04.2012 – Winterthur

Winterthur, zumindest der Teil, den wir zu Gesicht bekommen, überrascht vor allem mit bemerkenswerter Trostlosigkeit. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen soll. Alles scheint grau, viereckig und aus Beton zu sein. Wahlweise aus den späten Sechzigern. Vielleicht liegt es auch einfach am Wetter. Lieber also schnelle Flucht ins Nickerchen im viereckigen Betonhotel. Dann zum Veranstaltungsort. Dort dann alles wie immer nach Protokoll.
Das Publikum an diesem Abend ist mit Abstand das im Durchschnitt älteste und – ja, so deutlich muss man sein – orkigste, roheste, verranzteste und mit den schlechtesten Manieren versehene auf der ganzen Reise. Überall wird unnötig gerempelt und gemuffelt und gebrüllt. In der ersten Reihe zum Beispiel behindert ein rasant immer tiefer in seine Betrunkenheit sinkender Blödmann seine Freundin mit häßlichem Benehmen so ausdauernd daran, auch nur eine Minute des Konzertes verfolgen zu können, dass ich mich frage, (warum sie ihn nicht endlich zum Teufel jagt und) ob ich ihm im Wirrwarr des wilden Flackerlichtes nicht einfach mal eine auf den Zinken boxen sollte. Oha, Gewaltfantasien beim Autor, man mag das Ausmaß daran ermessen… Es scheint jedenfalls, als hätten sich alle zwielichtigen Elemente der Umgebung im Schutze der Dunkelheit aus der Vergangenheit erhoben, um sich aufdringlich unter die Anwesenden zu mischen, grimmig aber ohne Euphorie ihren Pogo auszuüben und so ganz allgemein möglichst viel Bier auf Böden und Personen zu gießen. Am Ende liegt fingerdick eine unerfreuliche Mischung aus Getränken und Ausdünstungen im Raum und die Luft ist erfüllt von Stress. Ist es in den Achtzigern immer so oll gewesen, frage ich meine altvorderen Freunde. Ja, seufzen sie, schlimm.
Immerhin ein Lichtstrahl: mein alter Kumpel Thorsten Polomski steht plötzlich im Saal. Verrückt. Mit seiner damaligen Band Morph hatten wir einen schicksalhaften Abend drüben in Konstanz. Gibts ja gar nicht! Was ihn hierher verschlagen hat? Das Leben. Und die Liebe. Irre.


Wintherthur


Schweiz (Detail) [kann man den noch bringen?]

19.04.2012 München

Ich bin so müde, wie noch nie ein Mensch müde war. Der Tag zieht vorbei wie in Watte gepackt und viel ist nicht hängen geblieben. Ich versuche vergeblich, ein paar Flaschen Johannesbeerschorle aufzutreiben. Und das Konzert ist wirklich super.
Muss. Schlafen.


Die Stimmung wie immer am Siedepunkt: “The Undertones in Munschen”

20.04.2012 Wien

In Wien angekommen lege ich mich mit geöffnetem Mund unter den geöffneten Makava-Hahn. Kurze Unterbrechungen nur für: Dringendpullernmüssen (zwangsläufig), Soundcheck, Essen, Konzert. Ansonsten letzter Abend mit meinen Freunden. Das sonst so sinnlose Sich-Festsitzen im Backstage bekommt eine kräftige melancholische Färbung. Trotzdem reiße ich mich irgendwann los und folge Antje, einer guten Freundin aus einer Zeit, als unsere kleine Band noch Evelyns Pørk hieß, und ihrem Freund auf die Geburtstagsparty eines Freundes von ihnen. Jeremy hat ein bisschen Angst um mich, es geht nämlich in eine gay bar, da hat er sich ein bisschen. Wir tanzen jedenfalls ein wenig zu trashiger Musik im ausgelassenen Pulk, trinken noch eine Limo und dann muss ich aber leider auch los, weil der kleine Zeiger auf der Uhr fast schon wieder in aufsteigender Richtung unterwegs ist. Schade. Aber das ist das Los der fahrenden Gilde.


Wien (Detail)


Wien, Chelsea: multimediales Feuerwerk für die billigen Plätze

21.04. nach Hause

Gefühlte zwei Minuten nach dem Hinlegen klingelt der Wecker. Wir bringen die Band zum Flughafen und fahren zurück nach Berlin, wie wir losfuhren. Unterwegs dann alles wie immer. An der immer gleichen Stelle in Prag verfahren, im gleichen Wohngebiet in der gleichen Sackgasse gewendet. Irgendwann später riesiger Hunger, dann reudiges Essen an einem reudigen Autohof und der typische Ferienlager-ist-vorbei-nächste-Woche-ist-wieder-Schule-Blues. Irgendwann Dresden und bleierne Müdigkeit. Irgendwann zu Hause. Zum Glück muss ich nicht noch den Bus wegbringen.
Ansonsten danke für die tollen Tage. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder. Ach ja, wir sehen uns bald wieder! We play in Berlin soon. With.. what was that band’s name? The Örztey or something. Ah…, cooool!


Autobahn (Symbolbild)